Sichtbar werden

Seit vier Jahren erleben wir die teilnehmenden Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Sie kommen gerne und freiwillig, sie bringen eigene Ideen und Interessen mit und verfolgen sie. Unser Grundprinzip im Projekt autArtis: keine Vorgaben, keine Anforderungen … und es bewährt sich. Wir erleben Fantasie, Freude am Gestalten, Lust auf Neues, Spaß an Bewegung und in Gemeinschaft spielen. 

Während wir Erwachsenen durch Schule und die Gesellschaft geprägt sind: wir arbeiten zu viel, um gesehen zu werden, wir messen unseren Wert immer noch an den Rückmeldungen: „Du hast es gut gemacht!“ Modern jagen wir den „Likes“ nach. Ohne Lob fühlen wir uns verloren, als hätten Engagement und Anstrengung keinen Wert.

Eine japanische Lehrerin hat gesagt: “ Wenn Du Lob wegnimmst, gibst Du Präsenz zurück.“ Nicht Lob, sondern Aufmerksamkeit lässt Menschen spüren, dass sie sichtbar sind. 

nicht „schön“ und nicht „gut“

Nicht Lob, sondern Aufmerksamkeit der Person und ihrem Tun schenken, haben wir uns als Regel gegeben. 

Ein Bild, eine Arbeit, ein Tun nicht loben mit „gut“ oder „schön“. 

 „Gut“ und „schön“ sind Wertungen, so wie in der Schule die Schulnoten. Beide Wertungen sagen aber nichts aus. Es fehlt einfach die Beurteilung / Beschreibung: warum etwas „gut“ oder „schön“ ist. Auf das Warum kommt es an. 

Eine Bewertung kann ich nur verstehen, wenn ich das Warum für „gut“ und „schön“ kenne. Ohne Warum bleibt der Wert leer.

 

(links) Gemeinschaftsbild

Es kostet eine Denkpause, bevor man statt mit Lob mit einer Aussage – einer passenden Beurteilung loslegt. Mit Aufmerksamkeit wahrnehmen, sie auf sich wirken lassen und dann die Wirkung beschreiben: es mit Worten sichtbar machen.

Natürlich ist es zunächst ungewohnt, da auch Kinder und Jugendlichen gut „trainiert“ sind, nach Lob und Anerkennung zu heischen, zu uns aufzuschauen, um ein Lächeln oder Nicken zu sehen.

Wahrgenommen werden, sichtbar sein und mit dem eigenen Tun sichtbar sein, fördert die Selbstwirksamkeit.

 

Ungewohnt – und doch ändert sich etwas:

 Sie zeigen sich gegenseitig die Bilder und was sie gerade gemacht haben. Sie tauschen sich aus, sprechen darüber, erklären, was zu sehen ist.

So treten sie aus der Selbstbezogenheit und öffnen sich. Sie schauen voneinander ab, und greifen Ideen und Anregungen der anderen auf.

 

Sie fühlen sich gesehen, zeigen, erklären und erzählen, was es alles zu sehen gibt. 

Gegenseitige Abregungen, Aufgreifen von Ideen, voneinander lernen.

Je menr sie sich austauschen, desto entspannter wird die Werkstatt. Aus den Begleitern werden Teilnehmer mit eigenen Arbeiten.

 

 

Sich zeigen, das Eigene zeigen und den Anderen zeigen, stärkt die Selbstwirksamkeit und bestärkt die intrinsische Motivation.

Im Projekt autArtis ist uns wichtig, innen und außen die Bilder und Werke der Teilnehmenden sichtbar zu machen

Die Wand mit den Bildern der teilnehmenden Kinder und Jugendlichen – jede*r darf sein Bild hier aufhängen und zeigen.

Die Ausstellungswand während der Durlach-Art 2025 im Durchgang der Regionalstelle des Autismuszentrums Bruchsal in Durlach

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